Vom „Peppino“ in den Bayerischen Wald

Wie sich die Ludwigsburgerin Bettina Scheel einen Traum erfüllte

Modebewussten Ludwigsburgern ist der Name „Peppino“ sicherlich noch ein Begriff. Die feine Boutique am Schillerplatz hatte viele Jahre einen festen Platz in der Modeszene. Jetzt kam Kunde von einer der ehemaligen Inhaberinnen aus dem Bayerischen Wald. Bettina Scheel betreibt dort seit einigen Jahren eine Pension in St. Oswald und hat sich damit einen Lebenstraum erfüllt.

Den Wunsch, etwas ganz anderes zu machen, hatte Bettina Scheel schon lange. Und schon immer dachte sie an eine kleine Pension oder an ein Hotel. Von 1987 an war sie dann mit Maklern unterwegs. Zuerst in ganz Deutschland, später nur noch in Bayern, immer auf der Suche nach einer Immobilie, die sich für die Verwirklichung ihrer Pläne eignen würde.
Im Herbst 1988 hatte sie ihr ideales Objekt gefunden: ein Bauernhaus in St. Oswald, einem kleinen Dorf am Rande des Nationalparks Bayerischer Wald. Mit großer Eigenleistung und der Unterstützung vieler Freunde aus Ludwigsburg baute sie ihr Bauernhaus zu einem Ferienhof um. Da wurde gemauert und gesägt, gehämmert und genagelt. Dass alles nach den ganz persönlichen Plänen von Bettina Scheel geschah, liegt auf der Hand. Sie selbst hatte sich nur eine Auflage gemacht: am Äußeren des Hauses darf nichts Wesentliches verändert werden.
Heute präsentiert sich Bettina Scheels Ferienhof mit dem Namen „Grashöfle“ nach mehreren, in zweijährigen Abstand erfolgten weiteren Umbauschritten, als schmuckes Urlaubsziel im Bayerischen Wald, umgeben von viel Wald, eingebettet in intakte Natur.
Eine große Blumenwiese, ein Teich, alte Obstbäume und inmitten ein malerisches Bauernhaus mit vielen hübschen Details, das sind die wichtigsten Merkmale, die zunächst auf den Besucher des „Grashöfle“ einwirken. Eine liebevoll zusammengestellte Inneneinrichtung mit viel Trödel und Antiquitäten sowie äußerst gemütliche Zimmer machen das Idyll auf dem Lande fast perfekt.
Bettina Scheel kann ihren Gästen Wohneinheiten in unterschiedlichen Größen anbieten. Besucher können unter fünf Ferienwohnungen, einem Doppel- und einem Einzelzimmer wählen. Die Wohnungen haben einen Küchenblock mit Kühlschrank und dem nötigen Geschirr, sind also durchaus für Familien geeignet. Wer sich nicht selbst versorgen möchte, dem bietet Bettina Scheel ein leckeres, bodenständiges Frühstücksbüffet.
Das „Grashöfle“ eignet sich nicht für Gäste, die Remmidemmi und Unterhaltung suchen, sondern eher für naturverbundene, die Ruhe liebende Urlauber. Wanderer, Naturfreunde, Radler sind deshalb sehr willkommen. Dennoch gibt es auch interessante Abwechslung: beispielsweise Sonntagfrüh hin und wieder ein Jazz-Frühschoppen oder aber Kurse, in denen man allerlei künstlerische Fähigkeiten erlernen kann, etwa die Anleitung zum Stoffdruck oder die Arbeit mit Naturmaterialien. Dass Bettina Scheel ausgebildete Nationalpark-Führerin ist, sei nur nebenbei erwähnt und dass sie ihren Gästen alles Wissenswerte über die Gegend erzählen und mit ihnen gar interessante Touren machen kann, ist ein kleines Schmankerl mehr.
Wer nach diesen Zeilen Interesse für Bettina Scheel und ihr „Grashöfle“ bekommen hat, sich vielleicht für einen Aufenthalt im Bayerischen Wald erwärmen könnte, sollte ungeniert nach weiteren Informationen fragen.



(aus: Ludwigsburger Wochenblatt, 30. März 2000)

UebersGrashOefle1.jpg